Die Arbeitszungennadel

Geschrieben von am 18. Jun 2014 in Alle Beiträge, Technik, Tipps

Was ist eine Arbeitszungennadel? Und wozu brauche ich sie überhaupt?

Arbeitszungennadel

Vielleicht kennst du eine Arbeitszungennadel als Zubehör deiner Strickmaschine. Man kann sie aber nicht nur bei der Arbeit an der Strickmaschine einsetzen. Auch beim Handstricken ist sie hilfreich. Zum Beispiel kann sie dir helfen, Fallmaschen wieder hochzustricken.

Eine Arbeitszungennadel wird mit dem gebogenen Haken durch die Masche geschoben, die Zunge öffnet sich. Der Haken holt den Faden. Beim Zurückziehen durch die Masche schließt sich die Zunge, der Faden bleibt in dem nun geschlossenen Bogen. Erst beim erneuten Schieben nach vorn gleitet der Faden hinter die Zunge und klappt sie dabei wieder um. Es ist das Prinzip, nach dem alle Strickmaschinen funktionieren. Und nicht nur diese. Du kannst das auch an einer einfachen Strickmühle beobachten.

Strickliesel

Ich benutze die Arbeitszungennadel schon seit Langem für die Nähte meiner Strickstücke. Vorher hatte ich die Nähte im Matratzenstich zusammen genäht. Die Naht mit dem Matratzenstich ist aber umso unauffälliger je fester der Faden angezogen wird. Das Gestrick selbst bleibt elastisch, so eine Naht aber nicht. Denn je gerader der Faden ist, desto weniger Spielraum hat er, sich auszudehnen.

Dehnbarkeit einer Naht im Matratzenstich

Das leuchtet ein: Die am wenigsten gewellte Linie ist die kürzeste und kann sich nicht weiter in die Länge ziehen lassen. Kein Wunder, dass mir hin und wieder an Kleidungsstücken eine Naht gerissen ist.

Hingegen ist eine Naht aus Kettmaschen elastisch. Auf der Abbildung unten zeigt die obere Reihe die Kettmaschen in normaler Form. In der Mitte ist sie in die Länge gezogen. Bei der unteren Reihe sind die Maschen gestaucht bzw. in die Breite gezogen. So eine Naht ist genauso dehnbar wie das gestrickte Teil selbst, weil sie auch aus Maschen besteht.

Kettmaschen

Also bin ich beim Zusammennähen auf Kettmaschen gewechselt. Wenn die Teile rechts auf rechts aufeinander liegen, verbinde ich sie quasi wie mit gehäkelten Luftmaschen. Theoretisch kann man dafür auch eine Häkelnadel einsetzen. Diese hat aber den Nachteil des offenen Hakens. Leicht bleibt dieser im Gestrick hängen.

Arbeitszungennadeln kannst du auch separat kaufen. Es gibt sie mit unterschiedlich großen Haken, für feines Garn, mittleres oder dickes. Sie kosten nur wenige Euro. Die Anschaffung für verschiedene Garnstärken lohnt sich.