Webstrickmuster mit drei Farben

Geschrieben von am 1. Mai 2015 in Alle Beiträge, Strickmuster | Keine Kommentare
Webstrickmuster mit Wabenstruktur, Vorderseite

Vorderseite: Gut zu erkennen ist die Wabenstruktur, die ich durch eine Grafik nochmal deutlich gemacht habe.

Im letzten Jahr sah ich auf facebook so ein Strickmuster. Leider war in der Strickschrift keine Zeichenerklärung vorhanden. Deshalb konnte ich mir keinen Reim darauf machen, wie diese Wabenstruktur entsteht. Ein für ein Gestrick typisches Maschenbild ist nicht zuerkennen. Jetzt habe ich bei DROPS ein Video mit der Anleitung zu diesem Muster gesehen.

Mit dem Garn »Eskimo« von DROPS, ein bauschiges Dochtgarn (50 m/50 g), und der empfohlenen Nadelstärke von 8 mm startete ich die erste Maschenprobe. Das Muster wurde sehr fest. Sofort wieder aufgeribbelt. Beim zweiten Versuch wechselte ich auf Nadelstärke 10 mm. Noch immer relativ fest für ein Gestrick, aber akzeptabel.

Das Muster ist sehr einfach zu stricken

Jede 2. Maschen wird normal abgestrickt, in den Hinreihen rechts, in den Rückreihen links. Die Maschen dazwischen werden links abgehoben. Also von hinten in die Masche einstechen. Aber aufgepasst: Beim Abheben wird der Faden in der Hinreihe vor die Masche gelegt, in der Rückreihe hinter die Masche, also genau anders herum als man es gewöhnlich täte. Einfach zu merken: Beim Abheben der Maschen den Faden immer auf der Vorderseite entlang führen. Die Maschen werden in der Hin- und Rückreihe versetzt: Da wo vorher abgehoben wurde, wird in der darauffolgenden Reihe gestrickt und umgekehrt.

Ich habe eine ungerade Maschenzahl genommen und die Randmaschen immer rechts gestrickt.

Mit drei Farben kommen die Waben besonders schön heraus. Der Farbwechsel erfolgt nach jeder Reihe. Wenn du mit drei Farben strickst, findest du am Ende jeder Reihe einen Faden mit der nächsten Farbe zum Weiterstricken vor.

Linke Seite des Webstrickmusters

Linke Seite des Webstrickmusters

Auch wenn zwei Farben auf der Nadel zu sehen sind, es wird immer mit nur einer Farbe in einer Reihe gestrickt. Es sind deshalb zwei verschieden farbige Fäden auf der Stricknadel, weil jede 2. Masche nur abgehoben und nicht gestrickt wird.

Webstrickmuster mit Nadel Nr. 8, Vorderseite

70 m/50 g auf Nadel Nr. 8 gestrickt, Vorderseite

Bei meinem zweiten Versuch habe ich das Garn »Alaska« (70 m/ 50 g, DROPS), verstrickt. Statt Nadelstärke 5 bin ich hier sogleich mit Nr. 8 angefangen. Aber auch hier wird das Gestrick ungewöhnlich dicht.

Webstrickmuster mit Nadel-Nr. 8, Rückseite

Webstrickmuster mit Nadel-Nr. 8, Rückseite

Die dritte Maschenprobe strickte ich mit Nadel Nr. 10, also doppelt so dick wie für ein normales Muster empfohlen. So entstand die Weichheit wie ich sie mir bei einem Strickstück vorstelle.

Webstrickmuster auf Nadel 10, rechte Seite

Webstrickmuster aus Schurwollgarn (70 m/50 g) auf Nadel 10, rechte Seite

Hier habe ich nur zwei Farben genommen. Ich strickte trotzdem mit drei Knäuel und wechselte nach jeder Reihe. Grau kommt hier also zweimal vor, der Fliederton nur einmal. Er bildet somit kleine Inseln im Grau, die wie Punkte anmuten.

Webstrickmuster mit Nadeln 10 gestrickt, linke Seite

Linke Seite

Hier folgt ein Größenvergleich der Maschen bei den verschiedenen Garnen und Nadelstärken:

Webstrickmuster in Wabenoptik, 2-farbig Webstrickmuster mit Waben, 3-farbig
Muster in Grau/Flieder: Schurwollgarn »Alaska« von DROPS, 70 m/50 g, Nadeln 10 mm
Muster in Blau/Türkis/Grau: Das gleiche Garn mit Nadeln 8 mm

Webstrickmuster aus Dochtgarn mit Wabenstruktur Webstrickmuster mit Waben aus Dochtgarn gestrickt
Muster in Türkis/Lila/Grün: »Eskimo« von DROPS, ein Dochtgarn, 50 m/50 g, Nadeln 10 mm
Muster in Orange/Lila/Grün: Das gleiche Garn mit Nadeln 12 mm

Das Muster gefällt mir aus dem Dochtgarn besser als dem verzwirnten Faden. Weil es keine eigene Struktur hat, kommen die Waben besser zu Geltung als mit dem strukturierten Garn.

Das Dochtgarn wird erst so richtig bauschig, wenn man Nadel Nr. 12 nimmt. Hierbei lernte ich die dünn auslaufenden Nadelspitzen bei den KnitPro-Stricknadeln zu schätzen. Damit kann man viel leichter in die Maschen einstechen als mit den vorne abgerundeten Kunststoffnadeln.

Warum sind viel dickere Nadeln erforderlich,

um die gleiche Lockerheit wie bei einem normalen Muster zu erhalten? Ich habe das Muster auseinander gedehnt fotografiert. Dabei kannst du gut erkennen wie die Fäden im Gestrick verlaufen. Da jede 2. Masche nur abgehoben und nicht gestrickt wird, ziehen sie sich über zwei Reihen und legen somit eine viele längere Strecke zurück als Maschen, die nur über eine Reihe gestrickt werden. Damit die Maschen lang genug werden, braucht es eben so dicke Nadeln. Andernfalls bleiben sie klein und das Gestrickte wird fester als üblich.

Webstrickmuster, die Maschen ziehen sich über zwei Reihen hin

Die Grafik verdeutlicht wie die Fäden im Gestrick (hier extra gedehnt) verlaufen. So eine kleine »Wabe« wird aus den Fäden zweier unterschiedlicher Reihen gebildet. Ich habe sie durch die schwarzen und gelben Linien hervorgehoben. Es sind die orangenen Reihen markiert, abwechslend in schwarz und gelb.

Eine weitere Farbkombination, die mich an Blumen- oder Gartenthemen erinnert. Hier habe ich mit ein paar Reihen Rechtsrippen oben und unten einen Abschluss gebildet. Diese strickte ich mit Nadelstärke 5 mm, das Webmuster mit Nadelstärke 10.

Webstrickuster mit Rechtsrippen

Und was werde ich aus dem schönen Muster stricken? Undendlich viele Farbkombinationen fallen mir ein, auch eine Kombination von Unigarnen mit Verlaufgarnen, sodass die einzelnen Punkte ihre Farbe beliebig wechseln.

  • Handy- und Tablet-Täschchen
  • Sofakissen
  • Sitzkissen und Houssen für Stühle
  • Mütze und Stirnband (in Runden gestrickt)
  • (Kinder-)Jacke (mit Kapuze)
    Durch das dichte Gestrick auch gut als Outdoorjacke geeignet.
  • Rock
  • Fahrradsattelbezug (gefilzt)
  • Taschen (gefilzt)
  • Badteppich (aus Stoffstreifen – Jersey, gewebte Stoffe im schrägen Fadenlauf sind auch elastisch)
  • Topflappen

Weniger kann ich mir einen Pullover oder Schal vorstellen. Das Muster ergibt kein fließend fallendes Kleidungsstück, eher etwas steiferes. Daher sehe ich es auch nicht geeignet für ein Plaid. Ich denke auch noch über Kombinationen mit anderen Mustern nach. Denn so ganz allover fehlen mir doch die Akzente. Es ist ja ein kleinteiliges Muster.

Das Muster wird auch im Video bei DROPS unter Leinenmuster erklärt.

 

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